Technische Informationen

Mobile Friktionswinde

PALABORA MINING COMPANY, PHALABORWA, SÜDAFRIKA

Das erstmalige Seilauflegen und das spätere Seilwechseln gehören immer noch zu den risikoreichen Arbeiten am Schacht. Um die komplizierten und nicht ungefährlichen Abläufe bei den heutigen modernen Mehrseilanlagen mit großen Teufen zu beschleunigen und sicher durchführen zu können, zusätzlich zur Schonung der Seile, sind entsprechende Hilfsmittel einzusetzen. Hierzu gehören insbesondere Friktionswinden, die in gezogener Ausführung oder als selbstfahrende Winden hergestellt werden.

Das Prinzip der Friktionswinde beruht auf der Übertragung von Kräften von den beiden Trommeln durch Reibungauf das Seil (s. Skizze S. 3). Die Größe der Zugkraft S1 ist abhängig von den Seilumschlingungen auf den Trommeln, dem Reibwert zwischen Seil und Trommelbelag und der erforderlichen Rückhaltekraft S2. Die notwendige Rückhaltekraft wird durch hydraulisch betätigte Anpressrollenketten minimiert, die die Seile der beiden letzten S2-seitigen  Wicklungen gezielt in die Seilrille drücken.

Bei dieser Bauart können mit der Friktionswinde nicht nur die Seile in den Schacht eingehängt, sondern auch im Umkehrbetrieb herausgezogen werden. Eine Friktionswinde ermöglicht das gleichzeitige Auflegen von allen (ggf. bis zu 10) Seilen. Sie wird zumeist als Anhänger konzipiert und den zu nutzenden Straßen angepasst. Damit ist sie flexibel und an verschiedenen Schächten einsetzbar.

Der Antrieb der beiden Friktionstrommeln erfolgt über einen Elektromotor auf zwei Planetengetriebe, die antriebsseitig über eine reichlich dimensionierte Gelenkwelle synchronisiert sind. Vom Steuerstand aus werden sämtliche Funktionen gesteuert und überwacht.

Die in der Rahmenkonstruktion angebrachten Fahrwerke lassen sich über die integrierte Hydraulik absenken, so dass die Friktionswinde auf die vorgesehenen Fundamente gesetzt und verankert werden kann. Durch auswechselbare Trommelbeläge können Friktionswinden für verschiedene Seildurchmesser eingesetzt werden. Durch schräg gestellte Friktionstrommeln mit entsprechenden Belägen ist auch das schonende Auflegen von Rund- und Flachseilen möglich.

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