Technische Informationen

Zwei Großkörbe

SHENHUA INTERNATIONAL, HUANG YUCHUAN MINE, P.R. CHINA

Für die Ausrüstung des Serviceschachtes der HUANG YUCHUAN-Kohlegrube

mit neuester Technologie wurde SIEMAG TECBERG GmbH, Haiger, Deutschland, von einem der größten Kohleproduzenten in China, Shenhua International Ltd., Beijing, China, mit der Planung, Fertigung und Lieferung eines zweietagigen Großkorbs beauftragt für den Endkunden Shenhua Yili Energy Co., Ltd. in der Provinz Innere Mongolei. Weitere Komponenten des Auftrags umfassen einen Ersatzkorb, Korbhaltevorrichtungen, Schwingbühnen mit zugehöriger Hydraulikanlage und deren elektrische Steuerung. Zu den Besonderheiten dieses Auftrags gehört, dass damit die ersten Großkörbe in der Volksrepublik China zum Einsatz kommen.

Alle Komponenten dieses Auftrags wurden für den Serviceschacht der HUANG YUCHUAN Coal Mine ausgeliefert. Dieser ist ausgestattet mit einer 6-Seil-Koepe-Fördermaschine, für die SIEMAG TECBERG bereits die Scheibenbremsanlage Typ ST3-D geliefert hat. Die Montage und Inbetriebnahme wurden überwacht durch SIEMAG TECBERG.

Allgemeine Beschreibung der Anlage

Der Serviceschacht der HUANG YUCHUAN Coal Mine der Shenhua Yili Energy Co., Ltd. in der Provinz Innere Mongolei ist ausgerüstet mit einer Förderanlage, die mit einem Großkorb und Gegengewicht für den Materialtransport und Personenseilfahrt ausgestattet ist sowie einer kleineren Korb-Gegengewicht-Anlage, die nur für Seilfahrt eingesetzt wird.

 

Der zweietagige Großkorb ist ausgelegt für Materialtransport (einschl. großer Teile bis 45 t) und Seilfahrt. Unterhalb des Kopfrahmens des Korbs ist ein pneumatischer Kettenblock angebracht, der die Beladung des Korbs bei Schwerlasten unterstützt. Sowohl der Korb als auch das Gegengewicht werden im Schacht durch Rollenführungen an Spurlatten geführt. An allen Beladestationen, die sich auf Rasenhängebank, an der Zwischensohle und am Schachtfuß befinden, wird der Korb in Eckführungen geführt; die Spurlatten sind unterbrochen auf der Korbeingangs- und -ausgangsseite. 

 

 

Im Bereich der Zwischensohle wird die normale Fördergeschwindigkeit des Großkorbs um die Hälfte reduziert, damit der Korb die Sohle sicher passieren kann. Die Beladestationen auf Rasenhängebank, an der Zwischensohle

und am Schachtfuß sind ausgerüstet mit Korbhaltevorrichtungen. Diese sichern den Korb, damit er mit unterschiedlichen Lasten beladen und entladen werden

kann. Um eine sichere und einfache Korbbeladung zu gewährleisten, wird der Spalt zwischen Korb und Ladebühne mittels Schwingbühnen überbrückt.

Die Fördermittel sind mit den Oberseilen über Seilgeschirre verbunden, die wiederum am Aufhängeblech des Korb- Kopfrahmens befestigt sind. Bei den Oberseilen handelt es sich um Rundlitzenseile. Auch die Flachunterseile sind über entsprechende Seilgeschirre mit dem Fußrahmen des Korbs verbunden.

Die gesamte Großkorb-Förderanlage ist in Übereinstimmung mit dem neuesten Stand der Technik für derartige Anlagen konzipiert worden. Die Konzeption von SIEMAG TECBERG berücksichtigt sowohl die geltenden Vorschriften der China Mine Safety Regulation als auch VDE-, ISO- und IEC-Normen sowie die deutschen Bergbauvorschriften TAS. Die gesamte elektrische Ausrüstung ist entweder explosionsgeschützt oder eigensicher ausgelegt und mit chinesischem MA-Zertifikat zugelassen worden.

 

Der zweietagige Großkorb erfüllt folgende Funktionen:

  1. Transport von gummibereiften LKWs bis zur spezifizierten max. Nutzlast
  2. Transport von Plattformwagen, die beladen sind mit großen Teilen bis zu den spezifizierten max. Abmessungen und der spezifizierten max. Nutzlast
  3. Transport von großen oder langen Ausrüstungsgegenständen auf der unteren Korbetage
  4. Seilfahrt mit der max. zulässigen Personenzahl auf jeder Korbetage
  5. Personenrettung von unter Tage
  6. Schachtrevisionsfahrten auf dem Kopfrahmen des Korbs

Technische Spezifikation des Lieferumfangs

Zweietagiger Großkorb

Der Großkorb besteht im Wesentlichen aus folgenden Bauteilen:

  • Kopfrahmengestell in Schweißkonstruktion mit Aufhängeblech für die Verbindung zu den Oberseilgeschirren und Querträgern
  • Abdeckung aus Tränenblech mit mindestens einer Klappe für Rettungs- und Transportzwecke
  • Korbrahmen aus solidem Stahlbaugerüst mit vertikal angeordneten Hängestreben, Diagonalen und Verbindungsblechen
  • Seitliche Verblendung aus verzinkten Blechen
  • Zwei Korbetagen mit abschnittweise angeordneten Stahlverstärkungen
  • Auf beiden Etagen Ketten zum Festhalten bei Seilfahrt
  • Zugangsklappe auf dem oberen Etagenboden
  • Querträger für das Unterseil als Tragkonstruktion auf dem unteren Etagenboden
  • Hubeinrichtung an der Unterseite des Kopfrahmens zur Unterstützung von Belade- und Entladevorgängen
  • Feste Führungsschuhe, ausgelegt als Bremsschuhe für den Fall eines möglichen Übertreibens des Korbs
  • Eckführungsschuhe
  • Rollenführungen an Korb-Kopf- und -Fußrahmen
  • Manuell betätigte Haltevorrichtungen für Plattformwagen auf jeder Etage
  • Führungsschienen zum einfachen Beladen der Plattformwagen auf jeder Etage
  • Manuell betätigte und mechanisch verschließbare Seilfahrttore auf beiden Etagen
  • Abnehmbares Geländer mit einer Schutzabdeckung auf dem Kopfrahmen des Korbs

Die Fördermittel wurden unter der Fertigungs- und Qualitätsüberwachung von SIEMAG TECBERG-Personal lokal in China gefertigt und ausgeliefert.

Korbhaltevorrichtung

Die Korbhaltevorrichtung besteht aus Halteklinken, die hydraulisch 

betätigt werden und in den Fußrahmen bzw. in 

den oberen Etagenboden des Großkorbs hineinfahren, 

wenn dieser seine Position erreicht hat.

Die Korbhaltevorrichtung hat die Aufgabe, den Korb in der gewählten Be- oder Entladeposition vertikal zu arretieren, d.h. bündig mit der jeweiligen Sohle, um eine stabile und genaue Positionierung zu gewährleisten.

Die Korbhaltevorrichtung befindet sich auf einem Verlagerungsrahmen, der auf dem Fundament an den Sohlen verlagert ist. An vier Punkten des Korbfußrahmens werden die Halteklinken gegen den Korb gefahren; sie fixieren sich unter Belastung in ihrer Position, und zwar ober- und unterhalb einer Halteknagge, die am Korbrahmen angebracht ist.

Das oben abgebildete Schema zeigt die Positionierung des Korbhaltesystems, das sich in Belade- und Entladerichtung zum Korb befindet. Jedes Korbhaltesystem besteht aus acht Halteklinken mit dazugehörigen Hydraulikzylindern. 

Schwingbühne

Die Schwingbühnen dienen als Brücke von der Sohle zur unteren bzw. oberen Korbetage; sie sind auf der Korbzugangs- und -ausgangsseite montiert. Für den Beladevorgang wird die Bühne auf die Korbetage aufgelegt. Damit wird die ordnungsgemäße Beschickung des Korbs mit einem LKW oder Plattformwagen gewährleistet.

Mit Hilfe von zwei seitlich angebauten Haltemechanismen werden die Bühnen während des Treibens in ihrer Position gegen unbeabsichtigtes Absenken gesichert.

Die Schwingbühne besteht aus einer biegesteifen, geschweißten Stahlkonstruktion, einschließlich der Lager, der unteren und seitlichen Haltemechanismen sowie der Hydraulikzylinder.

Hydrauliksystem

Das Hydrauliksystem steuert die Korbhaltevorrichtungen, die Schwingbühnen und Schachttore für den Großkorb auf jeder Sohle. Die Schachttorsysteme bestehen auf der Korbeingangs- und -ausgangsseite aus jeweils einem vertikal betätigten Tor.

Die hydraulische Steuereinheit besteht im Wesentlichen aus folgenden Bauteilen:

  • Öltank mit angebautem Kontrollsystem, Heiz- und Kühlsystem
  • Pumpensystem mit Motor
  • Ventile zur Steuerung der Halteklinken-Zylinder, der Sicherheitstore für die Großkorb-Förderanlage sowie der Schwingbühnenzylinder

Die Hydraulikanlage wurde ausgelegt und zertifiziert in Übereinstimmung mit den in der Volksrepublik China geltenden Vorschriften zum Explosionsschutz (MA).

Elektrisches Steuersystem

Das elektrische Kontrollsystem ist konzipiert als unabhängiges  System in Steuerschränken. Dazu gehören die Steuerung und Überwachung der Halteklinken der Korbhaltevorrichtung, Schwingbühnen und Schachttore zum Großkorb auf jeder Sohle.

Das elektrische Steuersystem wurde ausgelegt und ist zertifiziert in Übereinstimmung mit den in der Volksrepublik China geltenden Vorschriften zum Explosionsschutz (MA).

Das Steuersystem besteht auf jeder Sohle grundsätzlich aus folgenden Komponenten:

  • Steuerpult mit Steuerelementen, Anzeigeelementen, separatem Touch Panel und integrierter Steuerung
  • explosionsgeschützter Steuerkasten mit SPS
  • separater Schaltschrank für den Leistungsteil für die explosionsgeschützte Hydraulikanlage.


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